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Kreisschützenverband Ostholstein

Eine Erfolgsgeschichte: 90 Jahre Schützenverein Malente

(WB) 02.12.2015

Immer wieder musste neu gebaut und verbessert werden
Sportliches Schießen und Gildebrauchtum Aushängeschild für die Gemeinde Malente

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In seinem 92. Lebensjahr wurde der frühere Kassenwart Günter Vollert für 60 Jahre Vereinstreue geehrt. Der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Speth (links) und der 2. Vorsitzende Horst Jürgens nahmen ihn die Mitte. Foto: WBO
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Rolf Röhling, Vorsitzender des Kreissportverbandes Ostholstein, zeichnet den seit 30 Jahren erfolgreich tätigen Sportleiter, Trainer und Jugendleiter Ingolf Falkenberg aus. Foto: WBO
BAD MALENTE Einer der erfolgreichsten Sportschützenvereine in Ostholstein und auch im Lande Schleswig-Holstein feierte im eigenen Schützenheim an der Neversfelder Straße seinen 90. Geburtstag. Der Schützenverein Malente verbindet dabei das sportliche Schießen mit Gewehr, Pistole und neuerdings auch wieder Bogen mit dem gesellschaftlich für den Ort wichtigen Gildebrauchtum. „Unverzichtbar ist für die Einwohner der wunderschöne Blumenkorso, zahlreiche Besuche beim traditionellen Schützenfest zeigen zudem, wie sehr dieser Verein in der Gemeinde Malente verwurzelt ist“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Kienle vor 60 Mitgliedern und Gästen. „Die Schützen sind ein wichtiger Werbeträger auch für unsere Gäste.“
Für den Kreissportverband Ostholstein ging deren Vorsitzender Rolf Röhling auf die „über die Landesgrenzen hinaus seit Jahren erreichten Spitzenschießresultate“. Dem jetzt 30 Jahre vorbildlich tätigen Sportleiter und Trainer Ingolf Falkenberg überreichte er ein Geschenk. Die gesetzlichen Anforderungen an Schützenvereine hätten sich durch teilweise schreckliche Ereignisse mit Schusswaffen in Deutschland immer wieder erhöht. „Dieser Verein hat in der Familie der 34 Clubs in Ostholstein immer schnell das Notwendige umgesetzt und präsentiert eine auch für Zuschauer moderne Anlage.“
Die freundschaftlichen Beziehungen hob für die Eutiner Schützengilde Andrè Meyer auch für Mitvorsteher Jens Kruse hervor. „Wir Gildenvereine mit langjähriger Tradition unterstützen und zeigen uns das ganze Jahr über bei Umzügen und Veranstaltungen. Die vielen Besucher unserer Feste machen deutlich, dass Brauchtum nicht überholt ist.“
Über das frühere und aktuelle Vereinsleben der jetzt 180 Mitglieder berichtete der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Speth ausführlich, Anschauungsmaterial wie Fotos, Plakate und Pokale hatten die Malente ausgestellt. Nach der Kaffeetafel gab es Einblicke in die Sportwaffengattungen und die moderne Auswerte- und Anzeigetechnik. Engagiert präsentierte der Spartenleiter Bogen, Wilhelm Kunzmann, das Sportgerät. Er hofft auf Interessenten, um eine frühere Bogensparte neu aufzubauen.
Speth: „Mit Bogen, Luftgewehr und Luftpistole, Sportpistole, den verschiedenen Kleinkaliberdisziplinen und Armbrust deckt der Verein alles ab, was im Norddeutschen Schützenbund aktuell ist.“ In seinem Rückblick ging er zahlreiche Erfolge ein. „Als Gerhard Hoppe 1969 Vorsitzender wurde und wir ab 1976 den Schießstand bauten, in Ingolf Falkenberg 1985 einen vorbildlich arbeitenden Trainer fanden, nahmen wir sportlich Fahrt auf.“ 1997 schaffte Mirco Sonnenrein mit 16 Jahren den Titel des Jugendmeisters im Deutschen Schützenbund. Mira Voß stand 2000 ganz oben auf dem Treppchen in München, die 19-jährige Christine Bake gewann Silber. Vizemeister wurden beide im Team mit Stefanie Kohlhase. 2004 überraschte mit Gold bei der DM Karin Schröder in der Altersklasse. Imponierend auch Navina Keilwerth, die Mannschaftsweltmeisterin mit der Armbrust wurde.
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Birte Ihms, Einzeleuropameisterin und Teamweltmeisterin im Armbrustschießen
 
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Voller Saal

Aus jüngster Zeit erwähnte der Vorsitzende Birte Ihms, Einzeleuropameisterin und Teamweltmeisterin im Armbrustschießen. Mara Schliemann mit Bronze 2014 und Rang vier in 2015 gehört wie die mehrfache Gewinnermannschaft in der 1. Armbrustliga Nord zu den aktuellen Aushängeschildern des Malenter Vereins. Speth vergaß aber auch den Breitensport nicht: „Auflageschießen Luft- und KK-Gewehr findet immer mehr Zuspruch, ob in den Spitzenligen oder einfach nur zum Vergnügen.“
Die Mitglieder Vertreter der Feuerwehr und des Kreisschützenverbandes Ostholstein, lauschten der geschichtlichen Entwicklung. Vor dem I. Weltkrieg gab es in Malente eine Bürgergilde. Zur Gründung des Schützenvereins Malente kam es Anfang Februar 1925 durch Otto Kubisch, G. Bünning, Ludwig Jebens, Andreas Petersen, Karl Wildfang, Otto Knoll und Richard Tews. Geschossen wurde zunächst mit dem Zimmerstutzen einmal in Ermangelung eines Schießstandes im „ Cafe Roseneck“, Lindenallee 11, später im „ Kurhotel Fürst Bismarck“ , in der Bismarckstraße. Im Frühjahr 1927 stellte Herbert Lüth auf seinem Gärtnereigelände am Ende der Brunnenstraße den Platz für einen Schießstand zur Verfügung, den die Vereinsmitglieder in Selbsthilfe errichteten. Weiter ging es, als zwei Jahre danach der Gastwirt Karl Pudicke aus Hamburg ein Gelände an seinem Privatgrundstück am Harringsredder kaufte, auf dem zeitgemäßer Schießstand mit 150 m-Bahnen und 50 m- Bahnen gebaut wurde. Das Lokal „Zum Schützenhof“ wurde das Vereinslokal der seinerzeit 50 Schützenbrüder.
Mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben, erst 1952 fanden sich Mitglieder für eine Aktivierung des Vereinslebens. Im Januar übernahm Karl-Gustav Blunck den Vorsitz für viele Jahre. Los ging der Schießbetrieb wieder ab August 1954, fünf Jahre später schloss die Ordnungsbehörde aber die Anlage. Karl-Heinz Speth: „Wieder hieß es, die Ärmel aufkrempeln und mit Hilfe von Spenden der Mitglieder einen zweckmäßigen Kleinkaliber- und Luftgewehrschießstand zu bauen.“ Der Verein wuchs auf 102 Mitglieder bis Ende 1965 und hatte bereits sieben Frauen als passive Mitglieder. Nach Auslaufen des Pachtvertrages 1975 musste erneut gehandelt werden. Ziel war jetzt ein eigenes modernes Schießsportzentrum, das 6000 Quadratmeter große Grundstück an der Neversfelder Straße sollte es sein. „Mit 10.000 Eigenleistungsstunden, Zuschüssen der öffentlichen Hand und des Landessportverbandes schuf der Verein einen Wert von seinerzeit gut 700.000 Mark. Im Sommer 1977 feierten wir Einweihung. Stolz darf der damalige Vorsitzende Gerhard Hoppe sein, der bis 1987 den Vorsitz erfolgreich führte.“
Seine Nachfolger waren Hans Schmidt bis zu einer Erkrankung 1989 und Karl-Heinz Muxfeldt, der bis auf krankheitsbedingte Unterbrechung von zwei Jahren bis 2008 Chef war. In dieser Zeit wurde erneut viel investiert, eine neue Flachdacheindeckung musste in den Jahren 1989 bis 1991 her. Mit dem Aushub der zu sanierenden Bahnhofstraße wurde das Außengelände begradigt und ein Bogenstand bis 1991 errichtet. „Nie gab es Ruhe, 2000 bis 2003 waren neue Kugelfänge, der Umbau der Pistolenhalle und ein Satteldach des Hauptgebäudes dran. Mit der elektronischen Anlage im Luftgewehrstand sind wir jetzt eine ganz moderne Wettkampfanlage im Norddeutschen Raum und Ausrichter vieler Meisterschaften“, schloss Speth seinen Ausflug in die Baugeschichte.
2008 übernahm Horst Greggersen den Vereinsvorsitz, als dieser aus gesundheitlichen Gründen 2011 abgab, wurde Karl-Heinz Berg bis 2014 Nachfolger. Karl-Heinz Speth leitet den Schützenverein Malente jetzt „mit einem einsatzfreudigen Vorstand“. Er ist froh, dass „seit drei Jahren die Mitgliederzahl auf 180 gehalten werden kann“ und wünscht sich für seine weitere Amtszeit etwas mehr Hilfe bei der Schießstandunterhaltung und bei den vielen Veranstaltungen. „Nur gemeinsam können wir das vielfältige Angebot in allen Aufgabenfeldern so halten. Besonders dankbar bin ich, dass uns Mitglieder über viele Jahre die Treue halten. Rolf Schwarz und Günter Vollert mit 60 Jahren sind zwei leuchtende Beispiele dafür.“

Wilhelm Boller
Pressewart

22.02.2018

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